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Arno Holz

Rastenburg 1863 - Berlin 1929


Arno Holz, ein Dichter und Dramatiker des deutschen Naturalismus, entwickelt ab 1888 in seiner programmatischen Schrift "Die Kunst, ihr Wesen und ihre Gesetze" die Theorie eines "konsequenten Naturalismus", der auf eine exakte Milieuschilderung unter Einbeziehung auch umgangssprachlicher Elemente abzielt.
Ihren Ausdruck findet diese Theorie in der Formel "Kunst = Natur - x", d. h. die Kunst soll so weit wie möglich der Natur entsprechen, wobei die Aufgabe des Künstlers darin besteht, das x möglichst klein zu halten. Dieser theoretisch postulierte "konsequenten Naturalismus" findet sich in den unter dem Pseudonym Bjarne P. Holmsen erschienen Werken "Papa Hamlet" und "Die Familie Selicke" praktische Anwendung.
Die Forderung, Kunst solle genaue Wiedergabe der Realität sein, führt Arno Holz zu einer neuen, experimentellen Ausdrucksweise, u. a. zum so genannten "Sekundenstil", mit dem soziales Elend sekundengenau dargestellt wird. 1898 erscheint der sprachlich virtuose Gedichtband "Phantasus", der als sein lyrisches Hauptwerk gilt.
Arno Holz experimentiert in seiner Lyrik mit einem reimlosen Stil, womit er die traditionellen Formregeln aufgibt. Seiner Programmschrift "Revolution der Lyrik" zufolge soll das Werk, frei von Reim und Versmaß, von seinem "inneren Rhythmus" bestimmt werden. Eine formale Besonderheit der Gedichte im "Phantasus" ist die gedruckte Zentrierung der einzelnen Verszeilen um eine gedachte Mittelachse, weshalb dieser Stil auch als Mittelachsenlyrik bezeichnet wird.
1903 schreibt Arno Holz die an der Dichtkunst des Barocks orientierten "Lieder auf einer alten Laute", die später erweitert als "Dafnis" bei Reinhard Piper verlegt werden und zu einem von Holz wenigen finanziellen Erfolgen werden.


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